Alltag

13
Apr
2007

Erledigt

Ich vergesse immer wieder, was für ein tolles Erlebnis ein Besuch beim Straßenverkehrsamt meiner Heimatstadt ist.

Das fängt mit der Begrüßung an. Man kommt in einen sehr großen Raum, der ein Ambiente verströmt, das in den siebziegern einen Artikel in "Schöner Wohnen" wert gewesen wäre. Leider hat sich in den vergangenen dreißig Jahren etwas am Geschmack der Allgemeinheit getan (nein, ich werde mich nicht darüber auslassen, ob das wirklich immer zum Besseren war). Hat das Auge diesen Angriff überstanden wird einem sofort klar, daß die Klimaanlage mit der Zahl der Anwesenden heillos überfordert ist. Es ist warm und feucht genug um fleischfressende Pflanzen zu züchten.

Nachdem die Begeisterung über die Äußerlichkeiten abgeklungen ist, folgt der nächste Schlag. Dazu vorab eine Erklärung: in diesem Straßenverkehrsamt geht man, bevor man zu den eigentlichen Angestellten vorgelassen wird, erstmal zu einem Schalter und trägt dort sein Anliegen vor. Daraufhin prüft eine Dame die mitgebrachten Papiere auf Korrektheit und Vollständigkeit. Feine Sache, wer schon mal nach zwei Stunden Wartezeit wegen einer fehlenden Doppelkarte unverrichteter Dinge wieder abgezogen ist, weiß solch einen Service zu schätzen. Wenn allerdings vor einem der beiden Schalter (der andere ist, wie meistens, geschlossen) eine Schlange von 28 Personen (gezählt, nicht geschätzt) steht, dann ist das entmutigend. Aber da muß man durch, ohne geht es nicht.

Ich hatte alles komplett dabei und bekam deswegen die Wartemarke mit der Nummer 138. Ein schneller Blick auf die Anzeige enthüllte, das justament die Nummer 71 aufgerufen wurde. Bei 67 Leuten, die vor mir dran waren und immerhin vier(!) geöffneten Schaltern war klar, daß es ein Fehler gewesen war, keine Lektüre mitzubringen. Also noch mal nach Hause, eine Stunde totschlagen. Wieder hin (es waren doch 90 Minuten geworden), nachschauen: 118 ist dran. Also noch eine dreiviertelstunde in dem diesmal mitgebrachten Buch schmökern und schwupps, ist man dran.

Der eigentlich Akt dauert ziemlich genau zehn Minuten, da ist die Wartezeit, bis die Plakette aufgeklebt worden ist, schon mit drin.

Kurzform: 9:10 Uhr dagewesen, 12:20 Uhr mit allem fertig. Ich werde die Vermutung nicht los, daß man das auch besser organisieren könnte.

12
Apr
2007

Einige sind gleicher

Die Tage sind ja wieder schöner geworden. Haben Sie vielleicht auch bemerkt.

Sonnenschein und Wärme treiben dann auch die Leute wieder auf die Straßen, auch die, deren Hobby wetterabhängig ist. So z.B. Fahrradfahrer. Man könnte jetzt versucht sein, alles was zwei Räder hat und per Pedale und Muskelkraft angetrieben wird über einen Kamm zu scheren. Allerdings wäre das grundfalsch, denn es gibt mindestens drei Gruppierungen.

Da wären zum einen diejenigen, die Fahrradfahren als nette Art der Fortbewegung und gleichzeitigen Ertüchtigung sehen. Mit einem vollständig ausgerüsteten Rad (Licht, Gepäckträger, Klingel usw.) unterwegs, gerne auch im Familienverband. Harmlos.

Dann gibt es Mountainbiker. Das Rad vorne, hinten und in der Mitte gefedert. Reifen, als gälte es die sibirische Tundra zu durchqueren, so breit und so stollig. Seltsamerweise sieht man sie meistens auf Schotterfahrradwegen und die Räder sind so blitzblank, als wären sie noch nie abseits des Weges gewesen. Die Fahrer fast immer mit Vollausstattung: Brille, Kopfbedeckung (manchmal sogar ein Helm, aber meistens muß ein Bandana reichen) und Spezialhosen und -oberteile. Die Räder sind eher spartanisch ausgestattet. Diese Spezies verwechselt die Schotterwege auf denen sie fahren gerne mit einsamen Bergregionen, wo niemand ist. Entsprechend ihre Haltung anderen gegenüber. Es sind halt Hindernisse.

Als letztes meine Lieblingsgruppe: Rennradfahrer. Die Kampfpiloten der Zweiradszene. Mit dem festen Glauben, daß Regeln für sie nicht gelten gesegnet, trifft man sie fast überall. Außer auf Radwegen, die sind unter ihrer Würde. Gerne benutzen sie die Bundesstraße, die zu meiner Arbeit führt und explizit für Fahrräder und Fußgänger gesperrt ist. Gerne auch Fußgängerzonen, wo sie mangels Klingel für besondere Schreckmomente sorgen. Mit Freude erinnere ich mich auch den Arsch Fahrer, der mich (auf dem Motorrad) fast in den Graben gedrängt hätte, weil er meinte, Ideallinie auf der Bundesstraße fahren zu müssen.

Letztere sind eine Pest. Ich warte nur drauf, den ersten von denen auf der Autobahn zu sehen.

11
Apr
2007

Gestohlene Tage

Kennen Sie das auch?

Sie haben den ganzen Tag was getan, waren arbeiten, eigentlich nie unbeschäftigt. Abends schauen Sie dann zurück und irgendwie ist der vergangene Tag leer.
All das Machen scheint keine bleibenden Spuren hinterlassen zu haben. Der Tag hat auch im Gedächtnis keine Rückstände hinterlassen. Er ist einfach weg.

Heute war so ein Tag. Mir sind im Laufe des Tages mindestens drei berichtenswerte Dinge aufgefallen, alle drei habe ich vergessen. Das einzige, was ich noch sicher weiß ist, daß ich in einem Meeting war. Was besprochen und beschlossen wurde erfahre ich morgen, wenn das Protokoll per e-mail kommt.

Seltsam. Aber solche Tage treten ja, Gott sei dank, nur einzeln auf. Jedenfalls bei mir. Wäre es anders, wäre das auch ein Grund zur Sorge, glaube ich.

8
Apr
2007

Mit Blindheit geschlagen

Wie erhofft, hat es mit der Ostereiersuche im Garten geklappt. Noch vor dem Frühstück sind Sohn und ich im Schlafplunder nach draußen, um zu sehen, was der Osterhase so liegengelassen hat.

Dabei ist mir aufgefallen, daß Sohn an einem Problem leidet, das man im Allgemeinen Männern nachsagt: er sieht nix, wenn er sucht.
Vor seinem linken Schuh lag ein goldenes Schokoladenosterei im Gras. Ich sage "Vorsicht, da liegt was." "Wo?" Dann läßt er den Kopf hin und herschwenken, die Augen nach unten gerichtet, aber er sieht es nicht.
Auf der Rutsche liegt ein Paket. Maße vielleicht 30x10x10cm³. Die Rutsche ist rot, das Paket ist in giftgrünes Geschenkpapier gewickelt. Hilft nix, er sieht es nicht.

Aber es war eine sehr gelungene Suche. Er hat Spaß gehabt wie tausend, hat beim Suchen alles gegeben und auch gut was gefunden (dauerte halt ein bißchen). Sein Glaube an den Osterhasen ist nach wie vor durch keinerlei Zweifel getrübt.

Bis hierhin ein schönes Osterfest.

6
Apr
2007

Suizidale Tiere

Gibt es eigentlich Untersuchungen, ob Tiere Selbstmordgedanken hegen?

Sohn und ich sind nämlich heute nach Gelsenkirchen in die ZOOM Erlebniswelt gefahren. Auf dem Weg dahin ist uns auf der Autobahn eine Taube von links vor das Auto geflogen. Normalerweise kennt man das ja so, daß die Viecher eine gewisse Flughöhe haben und bei Bedarf einfach nach oben ausweichen.
Anders diese hier: die kam so in Höhe der Stoßstange und zog nur so weit nach oben, das sie in Höhe der Windschutzscheibe aufprallen mußte. Glücklicherweise hat sie sich aber ein bißchen verschätzt und hat uns genau auf der A-Säule erwischt. Ich schätze mal, daß sie durch die Scheibe gebrochen wäre, wenn sie die getroffen hätte. Immerhin waren wir mit ca. 140 km/h unterwegs.

Im Rückspiegel habe ich dann noch einen großen Federhaufen über der Fahrbahn schweben sehen. Auch wenn es geschmacklos ist: es sah genauso aus wie in einem Zeichentrickfilm. Original.

Im Zoo gab es dann noch diese Elster, die bis auf einen Meter an einen Löwen herangegangen ist, um ihm Futter zu klauen.

Da kommt man doch ans Nachdenken, oder?

5
Apr
2007

Familienzuwachs

Seit einiger Zeit besteht meine Familie aus vier statt drei Personen.

Nein, wir sind nicht nochmal Eltern geworden (Mist!), wir haben einen Gast bekommen. Er stammt, nach meinen Recherchen, aus Griechenland und hört auf den eher ungewöhnlichen Namen Ödipus.

Jawohl, Sohn steckt gerade mitten in der von Freud propagierten ödipalen Phase. Er hat, wie dort vorhergesagt, auch schon den Wunsch geäußert, seine Mutter zu heiraten. Daß sie schon mit seinem Vater verheiratet ist (ausgerechnet dem), stört nicht weiter.
Passend dazu ist das Verhalten mir gegenüber ganz klar das eines Konkurrenten.

Das Gute an dem Gast ist aber, das er kein eigenes Zimmer braucht, keine extra Verköstigung erfordert und auch sonst eher unauffällig ist. Trotzdem will ich froh sein, wenn er uns wieder verläßt.

1
Apr
2007

Bewegungsdrang: die Folgen

Hier also des Stückes zweiter Teil:

Wir sind dann heute morgen tatsächlich schön mit dem Rad losgewesen, eine kleine Runde drehen. Am Ende steht die obligatorische Einkehr in die bevorzugte Kneipe. Wir haben schön da zusammen gesessen, uns unterhalten, Leute geguckt. Was man eben so macht.
Währenddessen spürte ich, wie mein Heuschnupfen zu einer Großattacke ansetzt. Ziel: die Augen. Jucken, Brennen und das Gefühl, etwas im Auge zu haben: alles da. Das wurde dann so schlimm, das wir vorzeitig gefahren sind.
Zuhause angekommen habe ich erstmal einen Blick in den Spiegel geworfen um zu prüfen, ob ich mich nur wie Frankensteins Monster fühle oder auch so aussehe. Ergebnis: ich sehe so aus. Beide Augen knallrot, dick geschwollen und unter dem linken Quaddeln, die aussahen wie Brandblasen.
Frau hat sofort festgelegt, daß wir in die Notaufnahme fahren, damit ein Arzt sich das mal ansieht.

Auftritt Dr. A.B.

Als erstes schickt sich dieser Mann also an, einen Zugang zu legen um Blut abzunehmen und später vielleicht Medikamente darüber zuzuführen. Nun muß man wissen, das ich überhaupt nicht gerne Nadeln in mich pieken lasse. Ich hasse das. Also erzählt mir der Mann, das seine Seminarkollegen an der Uni immer an ihm geübt hätten, weil er so schöne Venen habe. Alle 45 Kollegen. Meine Schreckstarre hat er dann genutzt um zuzustechen. Der Rest lief unspektakulär, abgesehen von der kleinen Panne, als er an dem Verschluß dieser Kanüle drehte und plötzlich Blut, statt in die Spritze, über meinen Arm lief. Da wurde er kurz hektisch.
Aber das eigentlich verblüffende an diesem Mann kann man gar nicht schildern, das muß man gesehen haben. Er wirkte ständig so, als wäre er nur zufällig da und könnte jetzt gar nicht verstehen, warum man all diese kranken Leute zu ihm brächte. Er lief auch, anders als seine jungen Kollegen, nicht zielstrebig von A nach B sondern wirkte auch hier als hätte er beim Gehen vergessen, wohin er wohl wollte. Trotz dieses etwas skurrilen Auftretens wirkte er aber trotzdem vertrauenerweckend. Großartiges Kino.

Ach ja: nach einer beachtlichen Dosis irgendeines Medikaments (intravenös, wenn man schon mal die Gelegenheit hat, soll man sie auch nutzen) gingen die Schwellungen zurück und alles war gut.

Bewegungsdrang

Seit Frau ihr neues Fahrrad hat, kommt sie mit den seltsamsten Ideen um die Ecke.

Gestern, z.B., hat sie sich vor Tau und Tag in den Sattel geschwungen und hat eine Runde gedreht. Gut, als sie wieder da war, sah sie etwas derangiert aus (fehlendes Training eben), war aber trotzdem guter Dinge. So verkündete sie also, diese Aktion heute wiederholen zu wollen. Depp Treuer Ehemann, der ich bin, habe ich verkündet, ich käme mit. Das hätte ich besser gelassen, denn jetzt besteht sie darauf. Kein noch so stichhaltiges Argument wie:
  • Atemnot wg. Heuschnupfen,
  • ich mach Frühstück während du wegbist,
  • keine Lust,
  • was kümmert mich mein Geschwätz von gestern
hat gezogen.

Liebe Leser, haben Sie Mitleid mit mir.

30
Mrz
2007

1 Mittagsschlaf

Begonnen um 14:45 Uhr.
Beendet um 18:15 Uhr.

Erledigt.

Gerade rechtzeitig wachgeworden, um die anstehende Heißwachsbehandlung meiner Frau mitfühlend zu begleiten. *harharhar*

PARTY!

Die Floristenfachschule von gegenüber entläßt anscheinend wieder einen Jahrgang ins Leben.

Das wird gefeiert, jedenfalls von den Entlassenen. Mit lustigen(?) Spielchen, Musik und Reden.

Woher ich das weiß? Die haben eine Beschallungsanlage aufgebaut, als ginge es darum, die Arena auf Schalke akustisch zu versorgen. Und wo sie (die Anlage, nicht die Arena) schon mal da ist, kann man ja auch mal prüfen, ob sie hält, was sie verspricht.

Jawohl, tut sie. Im Moment tönt Iron Maiden "Run to the hills" herüber. Glasklar und so laut, als käme es von nebenan aus dem Wohnzimmer.
Und das eine junge Dame aus dem Pulk eine Maike ganz doll lieb hat, habe ich auch erfahren. Sie hat es nämlich ins Mikro gesagt und jetzt weiß der ganze Stadtteil. Anlage sei Dank.
Für einen Arthur wird jetzt gerade "Moskau" von Dschingis Khan gegeben. Das ist grenzwertig.

Ich verfolge das mal weiter.
Wieso eigentlich?

Schlauschiesser

Ein Blog. Nicht mehr, nicht weniger.

Wer bin ich?

Du bist nicht angemeldet.

Wo ist was?

 

Was war wann?

August 2025
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 

Wie zu erreichen?

Ganz einfach unter schlauschiesser {at} googlemail {punkt} com

Die besseren Alternativen

Firefox 2

Get Thunderbird!

Was geht?

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 2.0 Germany License

.

Wie meinen?

Vielen Dank. Das wars...
Nach ewigem Zögern bin ich mit diesem Blog umgezogen....
schlauschiesser - 27. Jan, 22:42
Geschafft!
Der erste Artikel ist online. Hat auch gar nicht wehgetan....
schlauschiesser - 22. Jan, 15:27
Warum hab ich das nun...
Animiert durch eine Werbung in einer meiner vielen...
schlauschiesser - 21. Jan, 13:45
FERTIG!
Dem Herrn seis gepriesen, getrommelt und gepfiffen....
schlauschiesser - 21. Jan, 08:42
Schöne Worte XXII
Neulich abends. Das Telefon klingelt. Sohn ist dran....
schlauschiesser - 18. Jan, 19:35
Nicht weglaufen
Ich weiß, ich mache mich seit Wochen etwas sehr rar....
schlauschiesser - 18. Jan, 18:45
Mannomann
Heute habe ich aus irgendwelchen Gründen sowas von...
schlauschiesser - 15. Jan, 22:20
Dies ist ihr Weckruf
Heute morgen, auf unserem Parkplatz. Zum besseren Verständnis:...
schlauschiesser - 14. Jan, 13:29
Fragen und keine Antworten
Dem Herrn oder der Dame aus Österreich, den oder die...
schlauschiesser - 13. Jan, 09:03
Kurzer Nachtrag
Hier hatte ich schon einige Erkenntnisse aufgelistet,...
schlauschiesser - 13. Jan, 07:33
Seltsame Welt reloaded
Was ist das für ein Winter, in dem man seine Bierflaschen...
schlauschiesser - 9. Jan, 10:55
He's dead, Jim
Nah, not really. He just smells funny... Die Blogabstinenz...
schlauschiesser - 9. Jan, 10:38
Zum allerletzten Mal
melde ich mich für dieses Jahr. Der Panda und ich...
schlauschiesser - 28. Dez, 12:45
Ich glaube, ich spiele...
Noch mal was für die Stochastiker. Diesmal was aus...
schlauschiesser - 27. Dez, 12:16
Machs beste draus
Der Panda und ich hatten uns für das Weihnachtsessen...
schlauschiesser - 25. Dez, 11:36

Wer woher?

Wie gehts?

Online seit 6813 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:08

So dies und das

Credits


*TILT*
Alltag
Haushaltstips
Krise & Chaos
Kurz und bündig
Politisches
Randbemerkungen
Schlau
Schöne Worte
Stöckchen
Ungelöste Rätsel
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren